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SAP auf AWS: Die ultimative Architektur für die Cloud-Transformation

01.03.2026
Lesezeit: 6 Min.

Hallo liebe Tech-Community und IT-Architekten, willkommen zurück auf dem Blog! Heute widmen wir uns einem echten Schwergewicht der Enterprise-IT: Der Bereitstellung von SAP-Systemen auf Amazon Web Services (AWS). Als Senior IT-Architekt begleite ich seit Jahren gewaltige Migrationsprojekte, und die Symbiose aus SAPs mächtiger ERP-Engine und der hochskalierbaren Infrastruktur von AWS ist ein absoluter Gamechanger für jede moderne IT-Strategie. In diesem Deep-Dive analysieren wir die architektonischen Grundlagen, die historischen Entwicklungen und die harten technischen Fakten dieser Integration.

SAP auf AWS Architektur und Server Infrastruktur

Inhaltsverzeichnis

Die historische Basis und strategische Evolution

Wenn wir über die Architektur von SAP auf AWS sprechen, müssen wir verstehen, dass dies keine kurzfristige Marktreaktion ist. Bereits seit dem Jahr 2011 arbeiten Amazon und SAP intensiv zusammen. Das primäre Ziel dieser langjährigen Kooperation ist es, für eine maßgebliche Beschleunigung des digitalen Wandels zu sorgen.

Historisch betrachtet war die Zertifizierung von On-Premise-Hardware für SAP extrem starr. Durch die Cloud-Allianz sollen sich SAP-Anwendungen und komplexe Datenbanken jedoch wesentlich einfacher zertifizieren lassen, um die entstehenden Vertriebskosten zu senken. Für uns Architekten und für dritte Unternehmen bietet diese Kooperation unzählige Möglichkeiten: Es entsteht eine breite und vielfältige Verbindung aus unzähligen Cloud-Services, die dabei hilft, die eigene Effektivität im Betrieb auf Dauer zu steigern.

Die Architektur-Schichten: Wer verantwortet was?

Ein Kernkonzept jedes Cloud-Designs ist das Shared Responsibility Model. Im Kontext von SAP AWS bedeutet das: AWS verwaltet als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) Anbieter die physische Infrastruktur bis hin zum Virtualisierungs-Layer.

Das Betriebssystem sowie sämtliche SAP-Anwendungen und -Datenbanken, die über diesen Virtualisierungs-Layer ausgeführt werden, werden hingegen vollständig vom Kunden verwaltet. Dies gibt uns die volle Kontrolle über das OS-Tuning, während wir uns um kaputte Festplatten oder hypervisor-Level Patching keine Gedanken mehr machen müssen. Falls ein Unternehmen hierbei einen vollumfänglichen Verwaltungsservice benötigt, verfügt AWS über ein weitreichendes Netzwerk von Partnern, die SAP-Beratungs- und Verwaltungsservices direkt in AWS anbieten.

AWS CloudFormation und SAP HANA Implementierung

Auf der Konfigurationsebene zeigt sich die wahre Komplexität. Die Architektur der Kombilösung ist durchaus komplex, da die AWS CloudFormation auf festen Grundlagen und standardisierten Templates basiert. Diese festen Strukturen führen dazu, dass die Verwaltung und Struktur der Daten nur im begrenzten Rahmen möglich sind, der streng über die AWS-Struktur vorgegeben wird. Zwar lassen sich durch benutzerdefinierte Anpassungen und Scripting diese Ebenen verändern, sie bleiben jedoch stets auf die Gegebenheiten des Systems beschränkt.

Doch genau hier entfaltet SAP HANA seine Stärken. Amazon Web Services bietet eine von SAP offiziell zertifizierte Cloud-Infrastruktur an, die vollständig mit SAP HANA kompatibel ist. Nutzer können nun alle enormen Vorteile der In-Memory-Computing-Plattform von SAP HANA auf AWS in vollem Umfang nutzen. Mit der SAP HANA-Software lassen sich alle Anwendungen direkt im System implementieren, die zur gewünschten Nutzung erforderlich sind. Um auf architektonischer Ebene eine deutlich höhere Verfügbarkeit (High Availability) zu erreichen, wird in der Praxis die Verwendung mehrerer Subnetze (Multi-AZ-Deployments) forciert. Die Systeme selbst sind hierbei stets maximal skalierbar und können entsprechend der spezifischen Wünsche und Anforderungen im Unternehmen vollständig umgeschrieben und angepasst werden.

Integration klassischer und innovativer Cloud-Services

Die Verknüpfung beider Welten zielt auf eine umfassende Business-Optimierung ab. Gerade für größere Unternehmen und Enterprise-Umgebungen bildet dies eine hervorragende Grundlage, um alle Workloads möglichst flexibel und maximal sicher zu gestalten, indem die SAP-Systemlösungen direkt über den Amazon Web Service ausgeführt werden. Zu den nutzbaren Serviceleistungen gehören nicht nur die klassischen Dienste wie die Verarbeitung, Speicherung sowie Bereitstellung von Datenbanken, sondern auch hoch innovative, neuere Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning. Diese fortschrittlichen Services lassen sich in spezifischen Anwendungen ideal miteinander verknüpfen.

Hosting, Hybrid-Szenarien und Disaster Recovery

Durch eine kontinuierliche Anpassung der Servicesysteme befindet sich die grundlegende Struktur von SAP AWS jederzeit auf dem neusten Stand. Diese schnellen Entwicklungen und eine Vielzahl neuer Innovationen schaffen die gewünschte Grundlage, um selbst möglichst flexibel zu bleiben und auf eine stets sichere Anwendung zurückgreifen zu können. Durch dieses moderne Hosting wird es möglich, von integrierbaren Testlösungen und modernen Hybrid-Prozessen (Verbindung von On-Premise und Cloud) zu profitieren.

Als IT-Architekt lege ich größten Wert auf Ausfallsicherheit. Auch im Notfall stehen den Anwendern mit robusten Wiederherstellungsoptionen und Backup-Lösungen ausreichend Optionen zur Verfügung, um alle wertvollen SAP-Daten und Strukturen zu sichern. Durch gezielte Bring-Your-Own-License (BYOL) Konzepte und spezifische Lizenzierungen wird es auf dieser Infrastruktur-Grundlage problemlos möglich, die Serviceleistungen für SAP auch in AWS jederzeit nutzbar zu machen.

Die 4 zentralen Vorteile der SAP-AWS-Symbiose

Wenn wir das traditionelle On-Premise-Hosting mit dem SAP AWS Konstrukt vergleichen, kristallisieren sich vier massive Architektur-Vorteile heraus, die die betriebliche Effizienz automatisiert steigern:

  • Mehr Tempo in der Datenverarbeitung: Die deutlich höhere Leistungsfähigkeit der modernen AWS-Server ermöglicht eine gewaltige Beschleunigung im Bereich der Verarbeitung und Speicherung von Daten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Beschaffungsprozessen für Hardware stehen die gewünschten Daten und Systeme bereits nach wenigen Minuten bereit, selbst wenn andere Systeme für die Bereitstellung und Verfügbarkeit oft mehrere Monate benötigen würden.

  • Globale Verknüpfbarkeit: SAP und AWS zeichnen sich durch eine beispiellose globale Reichweite aus, sodass sich mittlerweile Kunden in mehr als 190 Ländern zählen lassen. Diese immense Reichweite wirkt sich positiv auf die Entwicklung aus, um Daten an jedem Ort der Welt in kürzester Zeit (via Edge Locations und globales Backbone) zugänglich zu machen.

  • Förderung der gesamten Datenmigration: Durch die Bereitstellung eines innovativen Partnersystems wird eine schnelle Umrüstung und reibungslose Datenmigration im Unternehmen möglich gemacht. Erfahrene Unterstützer sorgen hier für eine moderne Verwaltung.

  • Keine großen Investitionen für den Erfolg: Das klassische CAPEX-zu-OPEX-Modell greift hier voll. Auch wenn nicht ausreichend Kapital für eine physische Migration zur Verfügung steht, besteht ohne massive Vorabzahlung für Unternehmen die Möglichkeit, eine derartige Cloud-Umrüstung vorzunehmen.

Die Herausforderung: Konnektivität und Migration

Nichts in der IT ist ohne Herausforderungen. Ein derartiger Aufwand zur Datenmigration lässt viele Unternehmen auf den ersten Blick kritisch werden, da eine derartige System-Umrüstung mit viel Aufwand verbunden ist. In der architektonischen Praxis sollte das allerdings nicht zu einem unlösbaren Problem werden, da die Umformatierung der Systeme sowie die Umrüstung der damit verbundenen IT-Infrastruktur innerhalb kürzester Zeit realisierbar ist. Das Unternehmen gewinnt dadurch eine vollkommen neue Umgebung, durch die sich technische Aufgaben und operative Herausforderungen drastisch vereinfachen lassen. Wer diese Schritte vorab sicher evaluieren möchte, kann auf diverse SAP Test Drives, Testversionen und spezielle Entwicklerabbilder zurückgreifen, die direkt in AWS zur Verfügung stehen.

Fazit

Die tiefgehende Kooperation zwischen Amazon und SAP, die bereits seit 2011 besteht, hat das eindeutige Ziel, die Digitalisierung rasant zu beschleunigen und SAP-Anwendungen sowie Datenbanken wesentlich einfacher zertifizieren zu lassen, um letztlich Vertriebskosten zu senken. Die konsequente Verknüpfung von AWS und SAP bietet modernen Unternehmen unzählige Möglichkeiten, die betriebliche Effektivität zu steigern, und führt zu einer fundamentalen Business-Optimierung.

Zwar ist die Architektur dieser Kombilösung, insbesondere beim Einsatz von AWS CloudFormation, technologisch durchaus komplex und erfordert eine kontinuierliche Anpassung der Servicesysteme, um stets auf dem neusten Sicherheits- und Funktionsstand zu sein. Dennoch überwiegen die Vorteile bei Weitem: Eine signifikant höhere Leistungsfähigkeit der AWS-Server, eine nahtlose globale Verknüpfbarkeit und die gezielte Förderung der gesamten Datenmigration sind unschlagbare Argumente. Die Symbiose aus SAP und AWS schafft somit völlig neue, bleibende Maßstäbe für Enterprise-Architekturen, um von modernsten Cloud-Konzepten wie KI und In-Memory-Computing zu profitieren und die eigene IT-Flexibilität im Unternehmen zukunftssicher zu maximieren. Wer heute als Architekt auf dieses Stack setzt, baut das Fundament für das nächste Jahrzehnt.